pz-marburg.de

Schematherapie Curriculum 2026

Die Schematherapie nach Young (Young, Klosko & Weishaar,
2005) stellt einen aus der traditionellen kognitiven
Verhaltenstherapie weiterentwickelten Ansatz zur Behandlung
psychischer Störungen, insbesondere chronischer Achse-I-
und Persönlichkeitsstörungen, dar, der auf eine ganzheitliche
Verbesserung der Symptomatik abzielt. Bei der
Schematherapie wird die bisherige verhaltensorientierte und
kognitive Perspektive um eine emotionale und
erlebniszentrierte erweitert, zudem wird die therapeutische
Beziehung mehr in den Fokus gerückt.
Das von der International Society of Schema Therapy (ISST)
anerkannte Basis-Curriculum wird an der Universitätsklinik in
Marburg durchgeführt. Es kann das gesamte Curriculum oder
Einzelworkshops gebucht werden. Für die Zertifizierung ist
eine Teilnahme an allen Workshops notwendig. In diesen
Workshops werden Grundlagen der Schematherapie und ihre
zentralen Techniken vermittelt.

    Was ist Schematherapie?

    Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives
    Therapiekonzept, das Elemente der Gestalttherapie, der
    Bindungstheorie und psychoanalytische Sichtweisen mit der
    kognitiven Verhaltenstherapie vereint.
    Wichtige Elemente der Schematherapie sind einerseits die
    „Schemata“ oder „Lebensfallen“ und andererseits „aktuelle
    Selbstanteile“ oder „Schema-Modi“. Schemata sind starre
    und dysfunktionale Lebensmuster, die Patienten in der
    zufriedenstellenden Gestaltung ihres Lebens beeinträchtigen.
    Schema-Modi werden hingegen aktuelle emotionale
    Zustände oder Selbstanteile genannt, die zu einem
    bestimmten Zeitpunkt das Erleben und Verhalten eines
    Patienten dominieren.
    Zentraler Baustein des therapeutischen Prozesses ist die
    Therapiebeziehung, die durch begrenzte elterliche Fürsorge
    („limited reparenting“) gekennzeichnet ist. Durch begrenzte
    elterliche Fürsorge sollen Patienten die Erfahrungen
    nachholen können, die während ihres Aufwachsens fehlten
    und durch deren Abwesenheit bestimmte Schemata und
    Bewältigungsstrategien entstanden sind.
    Ziel der Schematherapie ist, den Patienten zu helfen,
    Kernbedürfnisse zu erkennen und mit ihnen zu erarbeiten,
    wie sie diese in adaptiver Weise befriedigen können.

    Das Curriculum

    Basisworkshop I – Einführung in die Schematherapie (12 UE)

    Dr. Hans Onno Röttgers, 29.05.2026 14:00 – 19:00 Uhr & 30.05.2026 9:00 – 15:00 Uhr

    • Kompakte Einführung in zentrale Konzepte und Begriffe der Schematherapie
    • Fokus auf Schemakonzept, Modusmodell und
      Bewältigungsstrategien (nach Jeffrey Young)
    • Selbsterfahrung durch Gruppenübung zur Schema-
      Identifikation
    • Einführung in die therapeutische Beziehung und
      Interventionsmethoden
    • Überblick über die aktuelle Forschung,
      Wirksamkeitsnachweise und Diagnostik

    Zeitablauf 29.05.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min Pause, 17:30-19 Uhr

    Zeitablauf 30.05.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12:30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr

    Basisworkshop II – Stühledialoge und Anwendung des Modusmodells (14 UE)

    Dr. Ellen Gross, 12.06.2026 14:00 – 20:00 Uhr & 13.06.2026 9:00 – 16:00 Uhr

    • Vertiefung der Modusarbeit mit Fokus auf Stühlearbeit
    • Anwendung empathischer Konfrontation in der
      Modusarbeit
    • Umgang mit strafenden Elternmodi und deren
      Begrenzung

    Zeitablauf 12.06.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr

    Zeitablauf 13.06.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12.30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr, 15 min. Pause, 15:15-16 Uh

    Basisworkshop III – Imaginative und kognitive Techniken und Therapeutische Beziehungen

    Dipl.-Psych. Wiebke Martens, 28.06.2026 14 – 20 Uhr & 29.08.2026 9:30 – 14 Uhr

    • Einführung in das Imaginative Überschreiben (Imagery Rescripting)
    • Praktische Anwendung kognitiver Techniken (Schema-
      Tagebuch, Schema-Memo, innerer Dialog,
      Hausaufgaben)
    • Vertiefung der Gestaltung der therapeutischen Beziehung

    Zeitablauf 28.08.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr

    Zeitablauf 29.08.2026: 9:30-11 Uhr, 15 min. Pause, 11:15-12:45 Uhr, 30 min. Pause, 13:15-14 Uhr

    Basisworkshop IV – Fallkonzeptualisierung, Therapieplanung, Umgang mit schwierigen Therapiesituationen (16 UE)

    Dr. Hans Onno Röttgers – 06.11-2026 9 – 16:30 Uhr & 07.11.2026 9 – 16:30 Uhr

    • Erstellung einer schriftlichen Fallkonzeptualisierung mit dem Modus-Modell
    • Entwicklung eines individuellen schematherapeutischen
      Behandlungsplans
    • Reflexion möglicher therapeutischer Fallstricke und
      Gegenübertragungen
    • Praktische Übung: Erstellung und Besprechung eigener
      Fallbeispiele
    • Einführung in spezielle Aspekte der Behandlung von
      Persönlichkeits- und Achse-I-Störungen
    • Training zum Umgang mit schwierigen und
      herausfordernden Therapiesituationen

    Zeitablauf 06.11. + 07.11.2026: 9-10:30 Uhr, 15 min. Pause, 10:45-12:15 Uhr, 60 min. Pause, 13:15-14:45 Uhr, 15 min. Pause, 15-16:30 Uhr

    Die Referent:innen

    Dr. Hans Onno Röttgers ist psychologischer Psychotherapeut (VT), Supervisor, Coach und Dozent. Er
    arbeitet in eigener Praxis. Seit 2014 leitet er schematherapeutische Supervisionen und Workshops. Er ist
    Gründer und Leiter des Schematherapieinstituts in Kassel.

    Dr. Ellen Gross ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (VT), Schematherapeutin, Dozentin und
    Supervisorin. Sie arbeitet in eigener Praxis und führt seit 2011 schematherapeutische Supervisionen und Workshops durch.

    Dipl.-Psych. Wiebke Martens ist approbierte psychologische Psychotherapeutin (VT), Schematherapeutin, Dozentin und Supervisorin. Seit 2020 ist sie als schematherapeutische Supervisorin tätig und leitet schematherapeutische Workshops.

      Anmeldung

      Die Workshops können als gesamtes Curriculum oder als Einzelveranstaltung gebucht werden. Für die Zertifizierung ist die Teilnahme an allen Workshops notwendig.
      Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung bis 4 Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail:
      Dr. Hans Onno Röttgers
      Mail: roettgers@IVV-Marburg.de; Tel.: 06421 9837086

      Veranstaltungsort

      Die Workshops finden im Konferenzraum der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (UKGM) der Philipps-
      Universität Marburg, Rudolf-Bultmann-Straße 8, 35039 Marburg, statt.

      Teilnahme

      Das Fortbildungsangebot richtet sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen in fortgeschrittener Weiterbildung.

      Teilnehmer:innenzahl

      Mindestens 12 Personen, maximal 20 Personen.
      Fortbildungspunkte wurden bei der Psychotherapeutenkammer Hessen beantragt. Zu erwarten
      sind jeweils 1 Punkt pro UE.

      Teilnahmegebühr

      Die Kosten für eine UE betragen 29 €, was Kosten von 1566,00 Euro für die Teilnahme am gesamten Curriculum ergeben (10% Ermäßigung für Teilnehmende in Ausbildung).

      Stornierung

      Bei Stornierung bis spätestens zwei Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung wird die Gebühr zurückerstattet. Bei Stornierungen nach diesem Zeitpunkt ist keine Rückerstattung möglich.