Die Schematherapie nach Young (Young, Klosko & Weishaar,
2005) stellt einen aus der traditionellen kognitiven
Verhaltenstherapie weiterentwickelten Ansatz zur Behandlung
psychischer Störungen, insbesondere chronischer Achse-I-
und Persönlichkeitsstörungen, dar, der auf eine ganzheitliche
Verbesserung der Symptomatik abzielt. Bei der
Schematherapie wird die bisherige verhaltensorientierte und
kognitive Perspektive um eine emotionale und
erlebniszentrierte erweitert, zudem wird die therapeutische
Beziehung mehr in den Fokus gerückt.
Das von der International Society of Schema Therapy (ISST)
anerkannte Basis-Curriculum wird an der Universitätsklinik in
Marburg durchgeführt. Es kann das gesamte Curriculum oder
Einzelworkshops gebucht werden. Für die Zertifizierung ist
eine Teilnahme an allen Workshops notwendig. In diesen
Workshops werden Grundlagen der Schematherapie und ihre
zentralen Techniken vermittelt.
Was ist Schematherapie?
Bei der Schematherapie handelt es sich um ein integratives
Therapiekonzept, das Elemente der Gestalttherapie, der
Bindungstheorie und psychoanalytische Sichtweisen mit der
kognitiven Verhaltenstherapie vereint.
Wichtige Elemente der Schematherapie sind einerseits die
„Schemata“ oder „Lebensfallen“ und andererseits „aktuelle
Selbstanteile“ oder „Schema-Modi“. Schemata sind starre
und dysfunktionale Lebensmuster, die Patienten in der
zufriedenstellenden Gestaltung ihres Lebens beeinträchtigen.
Schema-Modi werden hingegen aktuelle emotionale
Zustände oder Selbstanteile genannt, die zu einem
bestimmten Zeitpunkt das Erleben und Verhalten eines
Patienten dominieren.
Zentraler Baustein des therapeutischen Prozesses ist die
Therapiebeziehung, die durch begrenzte elterliche Fürsorge
(„limited reparenting“) gekennzeichnet ist. Durch begrenzte
elterliche Fürsorge sollen Patienten die Erfahrungen
nachholen können, die während ihres Aufwachsens fehlten
und durch deren Abwesenheit bestimmte Schemata und
Bewältigungsstrategien entstanden sind.
Ziel der Schematherapie ist, den Patienten zu helfen,
Kernbedürfnisse zu erkennen und mit ihnen zu erarbeiten,
wie sie diese in adaptiver Weise befriedigen können.
Das Curriculum
Basisworkshop I – Einführung in die Schematherapie (12 UE)
Dr. Hans Onno Röttgers, 29.05.2026 14:00 – 19:00 Uhr & 30.05.2026 9:00 – 15:00 Uhr
- Kompakte Einführung in zentrale Konzepte und Begriffe der Schematherapie
- Fokus auf Schemakonzept, Modusmodell und
Bewältigungsstrategien (nach Jeffrey Young) - Selbsterfahrung durch Gruppenübung zur Schema-
Identifikation - Einführung in die therapeutische Beziehung und
Interventionsmethoden - Überblick über die aktuelle Forschung,
Wirksamkeitsnachweise und Diagnostik
Zeitablauf 29.05.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min Pause, 17:30-19 Uhr
Zeitablauf 30.05.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12:30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr
Basisworkshop II – Stühledialoge und Anwendung des Modusmodells (14 UE)
Dr. Ellen Gross, 12.06.2026 14:00 – 20:00 Uhr & 13.06.2026 9:00 – 16:00 Uhr
- Vertiefung der Modusarbeit mit Fokus auf Stühlearbeit
- Anwendung empathischer Konfrontation in der
Modusarbeit - Umgang mit strafenden Elternmodi und deren
Begrenzung
Zeitablauf 12.06.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr
Zeitablauf 13.06.2026: 9-10:30 Uhr, 30 min. Pause, 11-12.30 Uhr, 60 min. Pause, 13:30-15 Uhr, 15 min. Pause, 15:15-16 Uh
Basisworkshop III – Imaginative und kognitive Techniken und Therapeutische Beziehungen
Dipl.-Psych. Wiebke Martens, 28.06.2026 14 – 20 Uhr & 29.08.2026 9:30 – 14 Uhr
- Einführung in das Imaginative Überschreiben (Imagery Rescripting)
- Praktische Anwendung kognitiver Techniken (Schema-
Tagebuch, Schema-Memo, innerer Dialog,
Hausaufgaben) - Vertiefung der Gestaltung der therapeutischen Beziehung
Zeitablauf 28.08.2026: 14-15:30 Uhr, 15 min. Pause, 15:45-17:15 Uhr, 15 min. Pause, 17:30-19 Uhr, 15 min. Pause, 19:15-20 Uhr
Zeitablauf 29.08.2026: 9:30-11 Uhr, 15 min. Pause, 11:15-12:45 Uhr, 30 min. Pause, 13:15-14 Uhr
Basisworkshop IV – Fallkonzeptualisierung, Therapieplanung, Umgang mit schwierigen Therapiesituationen (16 UE)
Dr. Hans Onno Röttgers – 06.11-2026 9 – 16:30 Uhr & 07.11.2026 9 – 16:30 Uhr
- Erstellung einer schriftlichen Fallkonzeptualisierung mit dem Modus-Modell
- Entwicklung eines individuellen schematherapeutischen
Behandlungsplans - Reflexion möglicher therapeutischer Fallstricke und
Gegenübertragungen - Praktische Übung: Erstellung und Besprechung eigener
Fallbeispiele - Einführung in spezielle Aspekte der Behandlung von
Persönlichkeits- und Achse-I-Störungen - Training zum Umgang mit schwierigen und
herausfordernden Therapiesituationen
Zeitablauf 06.11. + 07.11.2026: 9-10:30 Uhr, 15 min. Pause, 10:45-12:15 Uhr, 60 min. Pause, 13:15-14:45 Uhr, 15 min. Pause, 15-16:30 Uhr
Die Referent:innen
Dr. Hans Onno Röttgers ist psychologischer Psychotherapeut (VT), Supervisor, Coach und Dozent. Er
arbeitet in eigener Praxis. Seit 2014 leitet er schematherapeutische Supervisionen und Workshops. Er ist
Gründer und Leiter des Schematherapieinstituts in Kassel.
Dr. Ellen Gross ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (VT), Schematherapeutin, Dozentin und
Supervisorin. Sie arbeitet in eigener Praxis und führt seit 2011 schematherapeutische Supervisionen und Workshops durch.
Dipl.-Psych. Wiebke Martens ist approbierte psychologische Psychotherapeutin (VT), Schematherapeutin, Dozentin und Supervisorin. Seit 2020 ist sie als schematherapeutische Supervisorin tätig und leitet schematherapeutische Workshops.
Anmeldung
Die Workshops können als gesamtes Curriculum oder als Einzelveranstaltung gebucht werden. Für die Zertifizierung ist die Teilnahme an allen Workshops notwendig.
Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung bis 4 Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail:
Dr. Hans Onno Röttgers
Mail: roettgers@IVV-Marburg.de; Tel.: 06421 9837086
Veranstaltungsort
Die Workshops finden im Konferenzraum der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie (UKGM) der Philipps-
Universität Marburg, Rudolf-Bultmann-Straße 8, 35039 Marburg, statt.
Teilnahme
Das Fortbildungsangebot richtet sich an psychologische und ärztliche Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen und Ärzt:innen in fortgeschrittener Weiterbildung.
Teilnehmer:innenzahl
Mindestens 12 Personen, maximal 20 Personen.
Fortbildungspunkte wurden bei der Psychotherapeutenkammer Hessen beantragt. Zu erwarten
sind jeweils 1 Punkt pro UE.
Teilnahmegebühr
Die Kosten für eine UE betragen 29 €, was Kosten von 1566,00 Euro für die Teilnahme am gesamten Curriculum ergeben (10% Ermäßigung für Teilnehmende in Ausbildung).
Stornierung
Bei Stornierung bis spätestens zwei Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung wird die Gebühr zurückerstattet. Bei Stornierungen nach diesem Zeitpunkt ist keine Rückerstattung möglich.