Diagnostik und kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung
Donnerstag, 12.11.2026, 9:00 – 16:30 Uhr
Donnerstag, 21.01.2027, 9:00 – 16:30 Uhr
ADHS im Erwachsenenalter wird in der psychotherapeutischen und ärztlichen Praxis noch
immer häufig übersehen. Nicht selten stagnieren therapeutische Prozesse, weil eine zugrunde liegende
ADHS nicht erkannt wurde. Etwa 50 % der im Kindesalter diagnostizierten Betroffenen zeigen auch im
Erwachsenenalter klinisch relevante Symptome. Besonders hochfunktionale Klient:innen fallen im
Studium oder Beruf oft nicht durch klassische Hyperaktivität auf – leiden jedoch erheblich unter
innerer Unruhe, Desorganisation, Prokrastination und emotionaler Dysregulation.
Diese praxisorientierte Fortbildung vermittelt sowohl eine strukturierte, leitliniengerechte Diagnostik als auch
die zentralen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlungsansätze der ADHS im Erwachsenenalter.
Neben der genauen Abgrenzung gegenüber häufigen Differentialdiagnosen wie Borderline-
Persönlichkeitsstörung oder Autismus-Spektrum-Störungen wird die Bedeutung exekutiver Funktionen
und der Emotionsregulation umfassend beleuchtet. Nach einer fundierten Psychoedukation stehen der
Umgang mit Impulsivität und die Verbesserung der Emotionsregulation im Zentrum der therapeutischen
Arbeit. Darauf aufbauend werden evidenzbasierte Strategien zur Behandlung von
Aufmerksamkeitsstörungen, Überaktivität und Rastlosigkeit, Desorganisation und Prokrastination
vermittelt. Auch praxisnahe Hinweise zur beruflichen Integration der Betroffenen werden gegeben. Ergänzend erhalten die Teilnehmenden einen Überblick über pharmakologische Behandlungsoptionen sowie
über Gruppentherapie, Paarberatung und Neurofeedback im Rahmen eines multimodalen
Behandlungskonzepts. Ziel der Fortbildung ist es, Psychotherapeut:innen und
Ärzt:innen zu befähigen, ADHS im Erwachsenenalter sicher zu erkennen, eine fundierte Diagnose zu stellen
und wirksame therapeutische Interventionen selbständig im Praxisalltag umzusetzen.
Wir freuen uns über Ihre Anmeldung und eine intensive
Arbeit,
Dr. Hans Onno Röttgers (IVV, Workshop-Organisation)
Dr. Kurt Quaschner (IVV, 1. Vorsitzender)
Prof. Dr. Tilo Kircher (Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg, UKGM)
Workshop I – Dr. phil. Elisabeth Nyberg
12.11.2026: ADHS im Erwachsenenalter erkennen und korrekt diagnostizieren (7 UE)
Ziele:
Rasch Klienten mit ADHS erkennen und strukturierte
Diagnostik durchführen.
Inhalt
Etwa 50% der in der Kindheit mit ADHS diagnostizierten Betroffenen haben auch im Erwachsenenalter
erhebliche ADHS-Symptome. Lange Zeit wurde dies nicht ernst genommen, da ADHS als „Kinderkrankheit“ galt. Dadurch erhielten erwachsene Klient:innen mit ADHS häufig keine adäquate Behandlung und die aus anderen Gründen begonnenen Psychotherapien stagnierten.
Nach einer Einführung in die Symptomatik mit einem besonderen Augenmerk auf hochfunktionale
Klient:innen, die in der Ausbildung und im Beruf nicht auffallen, werden die aktuellen diagnostischen
Verfahren zu Verfügung gestellt, vorgestellt und eingeübt. Differentialdiagnosen, v.a. zu Borderline –
Persönlichkeitsstörung und Autismus werden ebenfalls behandelt. Auch die Bedeutung der Exekutivfunktionen bei ADHS im Erwachsenenalter wird fokussiert sowie die Vermittlung der Diagnose.
Nach dem Workshop sollten die Teilnehmer:innen in der Lage sein, selbständig die Diagnostik durchzuführen
und die Diagnose ADHS zu stellen. Dies ist besonders wichtig, da die Wartezeit in den Spezialsprechstunden
häufig viele Monate beträgt.
Neuropsychologische Untersuchungen bei ADHS im Erwachsenenalter sind nicht Inhalt des Workshops.
Zeitablauf: 9-10:30 Uhr, 15 Min. Pause, 10:45-12:15 Uhr, 45 Min. Pause, 13:00-14:30 Uhr, 15 Min. Pause, 14:45-15:30 Uhr
Workshop II – Dr. phil. Elisabeth Nyberg
21.01.2027: Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter (7 UE)
Ziele
Die Fallkonzeption für Klient:innen mit ADHS im Erwachsenenalter erstellen sowie die zentralen
therapeutischen Techniken kennenlernen.
Inhalt
Wenn der therapeutische Prozess stagniert, ist in aller Regel eine psychische Störung übersehen worden.
Häufig handelt es sich um ADHS. Nachdem die Diagnose ADHS korrekt gestellt wurde, verändert sich
häufig der Fokus der Psychotherapie. ADHS ist eine Störung der Emotionsregulation mit vielfältigen
Auswirkungen auf das alltägliche Funktionieren in der Ausbildung, im Beruf, in der Familie etc.
Der Umgang mit Impulsivität sowie Emotionsregulation bilden die Grundlage der Psychotherapie und sollten
nach einer ausführlichen Psychoedukation immer an erster Stelle stehen. Anschließend werden Strategien
zu Behandlung der Aufmerksamkeitsstörung, Überaktivität und Rastlosigkeit, Desorganisation und
Prokrastination vorgestellt. Auch Hinweise für die berufliche Integration werden gegeben.
Darüber hinaus wird ein Überblick über Pharmakotherapie, Gruppentherapie, Paarberatung und
Neurofeedback gegeben.
Zeitablauf: 9-10:30 Uhr, 15 Min. Pause, 10:45-12:15 Uhr, 45 Min. Pause, 13:00-14:30 Uhr, 15 Min. Pause, 14:45-15:30 Uhr
Die Referentin
Dr. phil. Elisabeth Nyberg ist eine ausgewiesene Expertin für ADHS und Autismusstörungen und seit vielen Jahren leitende Psychologin der ADHS- und Autismussprechstunde für Erwachsene an den Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel.
Anmeldung
Die Workshops können als 2-tägige Fortbildung oder als Einzelveranstaltung gebucht werden.
Wir freuen uns über Ihre verbindliche Anmeldung bis 4 Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung per E-Mail:
Dr. Hans Onno Röttgers
Mail: roettgers@IVV-Marburg.de; Tel.: 06421 9837086
Veranstaltungsort
Online-Fortbildung
Teilnahme
Psycholog:innen und Ärzt:innen in der psychotherapeutischen Praxis.
Teilnehmer:innenzahl
Mindestens 12 Personen.
Fortbildungspunkte wurden bei der
Psychotherapeutenkammer Hessen beantragt. Zu erwarten sind jeweils 1 Punkt pro UE, also 7 Fortbildungspunkte je Workshop.
Teilnahmegebühr
Die Kosten für eine UE betragen 27,- €, was Kosten von 189,- € je Workshop ergeben, also 378,- € für die Teilnahme an beiden Workshops (10% Ermäßigung für Teilnehmende in Ausbildung).
Bei Stornierung bis spätestens zwei Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung wird die Gebühr zurückerstattet. Bei Stornierungen nach diesem Zeitpunkt ist keine Rückerstattung möglich.